Was ist ein MCU-bestücktes Batterieladegerät/Ladegerät? Next-Generation-Ladetechnologie, die Miniaturisierung, hohe Effizienz und lange Lebensdauer ermöglicht

MCU-integrierte Batterieladegeräte und Ladegeräte steuern Ladeprofile sowie Schutzfunktionen wie OVP/OCP hochpräzise mit einem einzigen Chip. Spezifikationsänderungen sind durch Firmware-Updates einfach möglich, und UNIFIVE bietet kundenspezifische Anpassungen entsprechend dem Einsatzzweck.

Wichtige Punkte dieses Artikels

  • Ein Batterieladegerat mit MCU ist eine Ladetechnologie der nachsten Generation, die Ladeverwaltung, Schutzfunktionen und Zustandsuberwachung hochprzise digital auf einem einzigen Chip steuert.
  • Ladeprofile und Schutzschwellen konnen allein durch Firmware-Updates geandert werden, sodass Spezifikationsanderungen und Funktionserweiterungen ohne Hardwareanderungen moglich sind.
  • UNIFIVE bietet kundenspezifische Anpassungen von Ladegeraten mit MCU entsprechend den Anwendungen und Batteriespezifikationen unserer Kunden an. Kontaktieren Sie uns gerne bereits in der Planungsphase.

Ein mit MCU ausgestattetes Batterieladegeraet ist eine Ladetechnologie, bei der Ladeprofile (Verfahren) sowie verschiedene Schutzfunktionen wie OVP und OCP durch einen Mikrocontroller (MCU) auf einem einzigen Chip gesteuert werden. Im Vergleich zu herkoemmlichen analog geregelten Ladegeraeten ermoeglicht die fortschrittliche digitale Steuerung durch die MCU ein hochpraezises Laden und eine hohe Sicherheit. Zudem sind durch Firmware-Updates flexible Spezifikationsaenderungen moeglich.

In diesem Artikel erlaeutern wir aus technischer Sicht eines AC-Adapter-Herstellers die Funktionsweise, Vorteile, einstellbaren Parameter und Ladeverfahren von MCU-basierten Ladegeraeten.

Was ist ein MCU? - Grundlagen des Mikrocontrollers

MCU (Microcontroller Unit) ist ein extrem kompakter Computer, der CPU/ Speicher/ I/O auf einem einzigen Chip integriert. Er wird weit verbreitet in Haushaltsgeraeten und Industrieanlagen eingesetzt und ist in den letzten Jahren auch in Batterieladegeraeten integriert, wo er fuer fortschrittliche digitale Steuerung genutzt wird.

Waehrend frueher die Ladesteuerung durch analoge ICs oder Hardware-Schaltungen realisiert wurde, ermoeglicht die softwarebasierte Steuerung eine Funktionsintegration und flexible Regelung. In Ladegeraeten mit integriertem MCU werden Batteriespannung/ Strom sowie Temperaturinformationen in Echtzeit erfasst und durch Software-Algorithmen auf optimalen Ladestrom und optimale Ladespannung angepasst.

Drei Gruende, warum sich Batterieladegeraete mit MCU durchsetzen

Drei Gruende, warum sich Ladegeraete mit MCU durchsetzenMultifunktionalitaet und SystemintegrationLadesteuerung, Schutzfunktionen undZustandsueberwachung auf einem Chip gebuendeltReduzierte Bauteilanzahl fuerKompaktheit und hohe ZuverlaessigkeitFlexible Spezifikationsaenderungen per SoftwareLadealgorithmen und Schwellenwertenur durch Firmware-Updates aenderbarOhne HardwareaenderungFunktions­erweiterung und Verbesserung moeglichMehrfachschutz und EchtzeitueberwachungOVP, OCP, OTP werdenhochpraezise in Echtzeit ausgefuehrtBei Fehlererkennung sofortigeSicherheitsabschaltung

Abbildung 1: Drei Gruende, warum sich Ladegeraete mit MCU durchsetzen

1. Multifunktionalitat und Systemintegration

Die Zustandsdiagnose der Batterie (Spannungs- und Temperaturuberwachung), die Ladesteuerung, die Kommunikation mit externen Geraten sowie Schutzfunktionen wie OVP (Uberspannungsschutz) und OCP (Uberstromschutz) konnen auf einem einzigen Chip integriert werden. Funktionen, fur die herkommlicherweise separate ICs oder Schaltungen erforderlich waren, konnen mit nur einem MCU realisiert werden, was zu einer Reduzierung der Bauteilanzahl und einer hoheren Flexibilitat im Schaltungsdesign fuhrt.

2. Flexible Spezifikationsanderungen per Software

Anpassungen von Ladealgorithmen und -profilen konnen allein durch Umschreiben der Software realisiert werden. Beispielsweise kann von der standardmaigen CC-CV-Ladung auf ein Puls-Ladeverfahren umgestellt oder Schwellenwerte fur Ladespannung und -strom an die empfohlenen Werte des Batterieherstellers angepasst werden - und das alles per Firmware-Update. Da Funktionserweiterungen und Verbesserungen ohne Anderungen an der Hardware moglich sind, verkurzt sich die Entwicklungszeit und das Design ist gut fur zukunftige Updates gerustet.

3. Mehrfachschutz und Echtzeitüberwachung

Da die MCU Sensordaten mit hoher Geschwindigkeit verarbeiten kann, lassen sich mehrere Schutzfunktionen wie OVP, OCP und OTP (Übertemperaturschutz) mit hoher Präzision ausführen. Wird eine Anomalie erkannt, kann der Ladevorgang sofort gestoppt oder eine sichere Abschaltung durchgeführt werden, wodurch ein Echtzeitschutz möglich ist. Da Spannung, Strom und Temperatur während des Ladevorgangs kontinuierlich überwacht und aufgezeichnet werden können, ist dies auch für die Zustandsanalyse und Lebensdauerprognose der Batterie nutzbar.

Hauptmerkmale von batterieladegeraeten mit MCU

MerkmalBeschreibung
Individuelle einstellung der schutzfunktionenDie schwellwerte und verzoegerungszeiten verschiedener schutzfunktionen wie OVP/OCP/OTP koennen je nach anwendung frei konfiguriert werden. So wird das geraet zuverlaessig geschuetzt und unnoetige abschaltungen werden vermieden.
Automatische steuerung von langanhaltenden spitzenstroemenAuch wenn kurzfristig hohe stroeme benoetigt werden, kann die dauer des spitzenstroms programmguesteuert geregelt werden. Zum beispiel sind flexible stromprofile wie "150% der maximalleistung fuer 5 sekunden zulaessig" realisierbar.
Integrierte ueberwachung mehrerer ausgaengeMit nur einer MCU koennen ausgangsspannung und strom mehrerer kanaele zentral ueberwacht und gesteuert werden. Dies vereinfacht die verkabelung und steuerung und traegt zur optimierung der gesamtsystemeffizienz bei.
Temperaturabhaengige lueftersteuerungDie luefterdrehzahl wird automatisch anhand der temperaturwerte geregelt. Der luefter laeuft nur bei bedarf und reduziert so geraeuschentwicklung, energieverbrauch und staubaufnahme.
Externe uebertragung von alarmsignalenBei erkennung von netzteil- oder batteriefehlern sendet die MCU sofort ein alarmsignal an externe systeme. Damit ist auch eine integration in moderne IoT-ueberwachungssysteme moeglich.

Wo wird die MCU-Schaltung im AC-Adapter integriert?

MCU-Position im Inneren des AC-Adapters (Blockdiagramm)Primärseite (AC-Seite)IsolationSekundärseite (DC-Seite) - MCU-PositionierungsbereichAC-EingangNetzstromPrimärschaltungSchalt-IC · FETTransformator(Isolation)SekundärschaltungGleichrichtung · DC-AusgangsstufeDC-AusgangZur BatterieMCULadesteuerung · Schutz · ÜberwachungFeedback-Steuerung über Optokoppler* Die MCU ist auf der Sekundärseite (Niederspannungsseite) angeordnet und steuert die Primärseite über einen Optokoppler

Abbildung 2: MCU-Position im Inneren des AC-Adapters (Blockdiagramm)

Die MCU-Schaltung wird in der Regel auf der Niederspannungsseite (Sekundärschaltung) im Inneren des AC-Adapters integriert. Bei einem isolierten AC-Adapter wird die MCU auf der durch den Transformator isolierten Sekundärseite platziert und steuert über Optokoppler usw. das primärseitige Schalt-IC.

Während die MCU Spannung und Strom der Batterie überwacht, steuert sie den Lade-DC-DC-Wandler und die Schaltelemente und realisiert so eine digitale Feedback-Regelung über Primär- und Sekundärseite hinweg. Die Rolle, die zuvor von analogen Controller-ICs übernommen wurde, wird durch die MCU-Software ersetzt und sie fungiert als "Gehirn" des Ladegeräts.

Wichtige, per MCU-Software einstellbare Parameter

Bei Batterieladegeräten mit MCU können die folgenden Ladeparameter per Software detailliert eingestellt und angepasst werden. Durch die Anpassung an optimale Werte entsprechend Batterietyp und Anwendung werden Sicherheit und Effizienz des Ladevorgangs erhöht.

ParameterBeschreibungEinstellbeispiel
Vorlade-UmschaltspannungSpannungsschwelle für den Übergang von der Vorladung zur Hauptladung. Ausgangspunkt zur sicheren Wiederherstellung tiefentladener Batterien.Lithium-Ionen-Batterie: ca. 3.0V
Vorlade-StromAnfangsstrom für tiefentladene Batterien in der ersten Phase. In der Regel etwa 10% (0.1C) des Nennladestroms.2000mAh-Batterie: ca. 200mA
Startspannung der NachladungSpannungsschwelle zum Start der Nach- bzw. Erhaltungsladung (Trickle-Charge) nach Abschluss der Hauptladung.Z.B. Übergangspunkt zur Float-Ladung bei Blei-Säure-Batterien
Nachlade-StromGeringer Erhaltungsstrom zur Aufrechterhaltung des Volladezustands. Bei langfristiger Anwendung ist eine geeignete Begrenzung erforderlich."Erhaltungsladung mit ○○mA für ○ Stunden" usw.
LadeschlussspannungZielspannung zur Erkennung des Volladezustands (Float-Spannung). Für höhere Sicherheit kann ein niedrigerer Wert eingestellt werden, um die Lebensdauer zu verlängern.Lithium-Ionen: 4.2V/Zelle (variabel 4.1V-4.35V)
WiederladespannungSchwellenwert, bei dem nach Spannungsabfall automatisch erneut geladen wird. Mit Hysterese einstellbar.Lithium: ca. 4.1V bei 4.2V Volladung
Batterie-ErkennungszeitErkennungszeit zur Feststellung von Vorhandensein und Zustand der Batterie. Erfolgt innerhalb einer bestimmten Zeit keine Spannungsrückkehr, wird ein Fehler oder keine Verbindung erkannt.Test mit geringem Strom für einige Sekunden
Ausgangs-Überspannungsschutz (OVP)Wenn die Spannung während des Ladevorgangs den eingestellten Wert zu überschreiten droht, reduziert oder unterbricht die MCU sofort den Ausgang. Schwellenwert programmierbar.Lithium: Abschaltung bei über 4.25V
Ausgangs-Überstromschutz (OCP)Begrenzung oder Abschaltung des Stroms bei Erkennung eines unerwartet hohen Stroms. Auch die Verzögerungszeit ist fein einstellbar.Sofortige Abschaltung bei Kurzschluss der Klemmen oder internem Kurzschluss
Sicherheits-TimerTimeout für den gesamten Ladevorgang. Wird innerhalb der festgelegten Zeit keine vollständige Ladung erreicht, erfolgt aus Sicherheitsgründen ein Abbruch.Einstellung entsprechend der Batteriekapazität
Vorlade-TimerSpezieller Timeout für die Vorladung. Wird die Sollspannung innerhalb der festgelegten Zeit nicht erreicht, wird die Batterie als defekt eingestuft und der Ladevorgang abgebrochen.Fehler, wenn der Sollwert nicht innerhalb von 30 Minuten erreicht wird

Durch die Optimierung verschiedener Schwellenwerte, Timer sowie Strom- und Spannungswerte kann ein maßgeschneidertes Ladeprofil entsprechend Batterietyp und -zustand realisiert werden, wodurch Schnellladung, Sicherheit und eine verlängerte Batterielebensdauer gleichzeitig erreicht werden können.

Typische Ladeverfahren

Ladegerate mit integriertem MCU konnen verschiedene Ladeverfahren per Software implementieren und so je nach Anwendung den optimalen Regelalgorithmus auswahlen.

Konstantstrom- und Konstantspannungsregelung (CC-CV-Verfahren)

CC-CV-Ladeprofil (Schema)Spannung・StromLadezeit →CC-Phase (Konstantstrom)CV-Phase (Konstantspannung)AbgeschlossenLadeschlussspannungAbschaltstromSpannung ↑Strom ↓* Diese Abbildung zeigt das Konzept des CC-CV-Ladens und kann von der tatsachlichen Ladekurve abweichen

Abbildung 3: Schematische Darstellung des CC-CV-Ladeprofils

Dies ist das standardmaßig bei Lithium-Ionen-Batterien verwendete Verfahren. Zunachst steigt bei der CC (Konstantstrom)-Ladung die Batteriespannung allmahlich an, und sobald die vorgegebene maximale Spannung (Ladeschlussspannung) erreicht ist, wird auf CV (Konstantspannung)-Ladung umgeschaltet, wobei der Strom reduziert wird und der Ladevorgang fortgesetzt wird. Wenn der Strom in der CV-Phase ausreichend klein geworden ist, wird der Ladevorgang beendet. Bei der MCU-Steuerung konnen der CC-Stromwert, der CV-Spannungswert, der Abschaltstrom (Endstrom) usw. flexibel eingestellt werden.

Pulsaufladung & Auffrischungsladung

Pulsaufladung ist ein Verfahren, bei dem mit intermittierenden Stromimpulsen geladen wird, und ist besonders wirksam für Bleiakkumulatoren. Durch das Anlegen von Hochspannungsimpulsen werden im Inneren des Akkus angesammelte Bleisulfatkristalle (Sulfatierung) entfernt, was zur Wiederherstellung der Kapazität und zur Verringerung des Innenwiderstands beiträgt.

Bei Nickel-Metallhydrid-Akkus (Ni-MH) und Nickel-Cadmium-Akkus wird zur Minderung des Kapazitätsverlusts durch den Memory-Effekt eine Auffrischungsladung verwendet, bei der der Akku zunächst entladen und anschließend erneut geladen wird. Mit MCU-Steuerung können auch diese komplexen Muster per Software ausgeführt werden, wodurch eine optimale, an die Eigenschaften des Akkus angepasste Ladung ermöglicht wird.

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MCU-ausgestattete Batterieladegeräte sind eine Schlüsseltechnologie, die die Präzision des Ladevorgangs, die Sicherheit und die betriebliche Flexibilität erheblich steigert.

UNIFIVE bietet auf Basis umfangreicher Erfahrung Mehrfachschutz-Designs und Firmware-Anpassungen und liefert auf Ihre Anforderungen optimierte Ladelösungen.

Von der Implementierung spezieller Ladeprofile bis zur Serienproduktion unterstützen wir Sie bereits in der Planungsphase.

Technische Beratung und Kontakt zu kundenspezifischen Ladegeräten

Haeufig gestellte Fragen (Q&A)

Was ist der Unterschied zwischen einem Ladegeraet mit MCU und einem herkoemmlichen analogen Ladegeraet?

Herkömmliche analoge Ladegeraete steuern den Ladevorgang ueber Hardware-Schaltungen, waehrend Ladegeraete mit MCU eine digitale Steuerung per Software verwenden. Dadurch sind eine flexible Anpassung der Ladeparameter, eine hochpraezise Ausfuehrung mehrfacher Schutzfunktionen sowie Aenderungen der Spezifikationen durch Firmware-Updates moeglich.

Welche Batterietypen werden von Ladegeraeten mit MCU unterstuetzt?

Es werden eine Vielzahl von Batterietypen unterstuetzt, darunter Lithium-Ionen-Batterien, Nickel-Metallhydrid-Batterien und Bleiakkus. Da Ladeprofile (CC-CV, Puls-Ladung, Auffrischungsladung usw.) per Software umgeschaltet werden koennen, laesst sich eine optimale Lade-Steuerung entsprechend dem jeweiligen Batterietyp realisieren.

In welchem Umfang koennen Ladeparameter angepasst werden?

Nahezu alle ladebezogenen Parameter wie Schwellwerte fuer Ladespannung und -strom, Ausloesepunkte der Schutzfunktionen (OVP, OCP, OTP), Sicherheits-Timer-Zeiten sowie Vorladebedingungen koennen per Software eingestellt und geaendert werden. Auch eine Anpassung an die vom Batteriehersteller empfohlenen Werte ist moeglich.

Ist es möglich, die Ladespezifikationen nach der Serienproduktion zu ändern?

Einer der großen Vorteile von Ladegeräten mit MCU ist die Möglichkeit, Spezifikationen durch Firmware-Updates zu ändern. Da Ladeprofile und Schwellenwerte ohne Änderungen an der Hardware angepasst werden können, sind Updates nach der Serienproduktion sowie die Unterstützung neuer Batterien problemlos möglich.

UNIFIVEWelche kundenspezifischen Anpassungen sind möglich?

Wir unterstützen Sie durchgängig von der Planungsphase bis zur Serienproduktion, einschließlich der Entwicklung von Ladeprofilen entsprechend Ihrer Batteriespezifikationen und Anwendungen, der Optimierung von Schutzschwellenwerten, der kundenspezifischen Firmware-Entwicklung sowie dem kompakten Design. Bitte kontaktieren Sie zunächst unseren Vertrieb.